Die Phasen einer Beziehung

Viele Beziehungen enden leider schon dann, wenn die Schmetterlinge sich verabschieden. Dabei muss es gar nicht soweit kommen – denn diese Phase ist erst eine der vielen, die eine langjährige Beziehung gewöhnlich durchläuft. Insgesamt gibt es nämlich ganze 5 von diesen Beziehungsphasen, von denen nur die wenigsten ohne Krisen und Herausforderungen auskommen.

1. „Da schwebt aber jemand auf Wolke 7!“

In der sogenannten Kennenlern-Phase spielen die Hormone völlig verrückt. Man denkt Tag und Nacht an den neuen Partner, möchte am liebsten jede einzelne Sekunde mit ihm verbringen. Häufig ist es die schönste Phase bei den Phasen einer Beziehung. Man ist sich sicher, endlich den perfekten Traummann gefunden zu haben und sieht, auch wenn man sich noch so sehr anstrengt, keinen einzigen Makel an ihm. Egal ob zuhause auf dem Sofa oder in der Öffentlichkeit – man kann die Finger nicht voneinander lassen, nutzt jede rote Ampel für einen zärtlichen Kuss und lässt seine Hand auch bei der größten Hitze und der eisigsten Kälte nicht los, wenn man gemeinsam spazieren geht. Von Heirat ist bereits die Rede und von lebenslangen Treueschwüren. Freunden und Familie kommentieren dieses Verliebtsein oft mit einem Schmunzeln oder einem ironisches Augenrollen.

2. „Bei euch kriselt es ja ganz schön!“

Nach etwa einem Jahr setzt man aber allmählich die berühmte rosarote Brille ab. Sobald die Schmetterlinge verflogen sind, beginnt man, auch die negativen Seiten des Partners wahrzunehmen, die man in der ersten Phase vor lauter Verliebtheit völlig übersehen hat. In vielen Fällen rücken diese Seiten sogar unbemerkt in den Vordergrund und lassen erste Zweifel an der Beziehung aufkommen. Anstatt sich gedankenlos an der bloßen Anwesenheit des Partners zu erfreuen, wird stattdessen jede seiner Handlungen analysiert – war er schon immer so unordentlich? Hört er mir überhaupt zu? Flirtet er mir gerade fremd? Der Traum vom perfekten Partner beginnt langsam, sich in Luft aufzulösen, man macht sich Gedanken darüber, ob man schon wieder den Falschen erwischt hat. In dieser Phase werden oft Freunde und Familie zu Rate gezogen und müssen als Lästerschwestern oder Kummerkasten herhalten.

3. „Die bleiben nicht mehr lange zusammen!“

Gelang es vielen in der zweiten Phase noch, sich die Macken des anderen schönzureden, ist es damit in der dritten Phase vorbei. Man fasst den Entschluss, dass die Fehler des Partners nicht zumutbar sind und versucht bei jeder Gelegenheit, ihm seine schlechten Angewohnheiten abzutrainieren. Erfolg hat man dabei in den wenigsten Fällen. Stattdessen kommt es immer öfter zu Uneinigkeiten, Streit und kleinen Tobsuchtanfällen. Jetzt lässt sich nicht mehr abstreiten, dass die Verliebtheitsphase endültig vorbei ist und stattdessen Alltag eingekehrt ist – auf beiden Seiten. Die größte Herausforderung in dieser Etappe ist es tatsächlich, zwei komplett unterschiedliche und individuelle Alltagskonzepte unter einen Hut zu bekommen. Logischerweise will dabei keine von beiden Parteien ihre persönlichen Freiheiten und Vorlieben aufgeben, sondern lieber den anderen dem eigenen Lebensstil entsprechend anpassen – nicht selten kommt es dabei zur Trennung. Nun ist es wichtig, eben genau diese Taktik zu vermeiden – und stattdessen die Schwächen des Partners zu akzeptieren.

4. „Ihr seid ja schon wie ein altes Ehepaar!“

Hat man sich mit den Stärken und Schwächen des anderen abgefunden und gemeinsam beschlossen, der Beziehung eine Chance zu geben, ist es in der vierten Phase an der Zeit, die Liebe zueinander zu festigen. Man erinnert sich an die schönen Momente der Beziehung, blickt auf Hindernisse, die man gemeinsam überwunden hat zurück und beginnt wieder damit, sich in der Anwesenheit des anderen geborgen und glücklich zu fühlen. Aus emotionalem Streit und Vorwürfen wird nun sachliche Kritik und Kompromissbereitschaft. Gleichzeitig findet man zurück zu sich selbst, befreit sich aus der Enge der Beziehung und schafft eigene Freiräume. Ist diese Beziehungsphase erfolgreich, gelingt es einem, ein gesundes Maß aus Freiheit und Verpflichtung zu gewinnen, sich gleichzeitig als Partner und als eigenständige Person zu sehen. Die Zeit, die man mit dem anderen verbringt und die, die man sich für sich selbst nimmt, ist ausgewogen verteilt und gibt weder ihnen noch ihrem Partner einen Anlass, sich vernachlässigt zu fühlen.

5. „Wann macht er dir endlich einen Antrag?“ – Phasen einer Beziehung – Endphase

Wer diese Phase erreicht, kann sich sicher sein, dass die Beziehung noch lange Bestand haben wird. Beide Partner haben sich aneinander, an Macken und Fehler des anderen, an den gemeinsamen Alltag gewöhnt. Jetzt hat man die Chance dafür zu sorgen, dass aus der Sicherheit und Geborgenheit, die man in der Anwesenheit des Anderen fühlt, keine Routine wird. Dafür ist es wichtig, von Anfang an dafür zu sorgen, dass man dem Partner seine Wertschätzung und Liebe kommuniziert und seine Zuneigung nicht als selbstverständlich sieht. Pflichten und Freiräume sind klar geklärt und bieten keinen Nährboden für Konflikte mehr. Obwohl die Schmetterlinge aus der Verliebtheitsphase nicht zurückkommen werden, empfinden die meisten Paare diese Phase doch als die Schönste – die Beziehung hatte genug Zeit, dass sich Liebe und Vertrauen entwickeln konnte.

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Lapuco