Eifersucht

Eifersucht: Lösungsansätze für eine Volkskrankheit

Eifersucht gilt gemeinhin und völkerübergreifend als eine wenig beliebte Eigenschaft. Nicht umsonst wird sie in der klassischen Theologie als sechste der sieben Todsünden gelistet. Aber wieso ist Eifersucht auch heute noch, in unserer modernen Gesellschaft, ein so leidiges Thema?

Eifersucht zieht sich seit jeher durch alle gesellschaftlichen Schichten und gesellschaftsbezogenen Themen. Egal, ob in der Literatur wie bei Schillers „Die Räuber“ von 1782 oder Shakespearses „Orthello“ von 1806, in der Politik oder in der Liebe: Sie ist allgegenwärtig.

Bereits in der Bibel war Sie das Leitmotiv, weshalb Kain seinen Bruder erschlug. Adlige erstachen im Mittelalter den Kronerben, um selbst Herrscher zu werden. Und auch heute noch geschehen Straftaten einfach aus purer Missgunst heraus. Selbst der gesellschaftliche Fortschritt konnte die Eifersucht nicht ausmerzen.

Was ist Eifersucht genau?

Der Ursprung des Wortes Eifersucht lässt sich auf die altdeutschen Begriffe für „Erbitterung“ und „Krankheit“ zurück führen. Das Wort in unserem heutigen Verständnis, beschreibt jedoch keine reale Krankheit, sondern vielmehr aus einer Mischung von Gefühlen. Werden verschiedene negative Gefühle im gleichen Maße durch eine bestimmte Situation ausgelöst, fühlen wir uns eifersüchtig.

Warum ist man eifersüchtig?

Eifersucht entsteht in unseren Köpfen und ist stets subjektiv. Der Anlass kann eine reale oder auch eine vermeintliche Benachteiligung sein. So eine Benachteiligung kann durch mangelnde Zuwendung, Wertschätzung, Liebe oder auch Verlustängste hervorgerufen werden.

Beispiel: Der Partner investiert mehr Zeit in seine Freundschaften als in die Beziehung?

Beispiel: Die Mutter scheint den Bruder zu bevorzugen?

Das Zusammenwirken subjektiv empfundener Benachteiligung führt zu dem natürlichen Gefühl der Eifersucht. Dem Gefühl kann sich niemand entziehen. Während des Sozialisierungsprozess in Kindheit und Jugend lernen wir lediglich das Gefühl zu überwinden.

Wie entsteht Eifersucht?

Eifersucht entsteht bereits im Kleinen. Schon als Kinder gönnt man der besten Freundin die Lieblingspuppe nicht. Kinder tendieren dazu Sie frei auszuleben. Die Puppe wird versteckt oder vielleicht sogar kaputt gemacht. Bereits in diesem jungen Alter wird uns beigebracht, dass das Ausleben seiner Eifersucht nicht gesellschaftskonform ist. Eifersüchtige Kinder werden zurechtgewiesen, obgleich es ein natürliches Gefühl ist, das man nicht aktiv steuern kann. Generell sind Menschen mit einem ausgeprägten Selbstvertrauen jedoch weniger eifersüchtig.

Es hängt also stark mit der Erziehung zusammen, das eifersüchtiges Gedankengut nicht immer gleich in bösartigem Handeln resultiert. Wer dem Kollegen die Beförderung nicht gönnt, wird in den seltensten Fällen etwas aktiv dagegen unternehmen. Missgunst ist in unserer Gesellschaft nicht nur im Beruf ungern gesehen. Seine Eifersucht bekämpfen macht durchaus Sinn. Schließlich möchte man mit seinen Mitmenschen gut zurecht kommen. Das ist jedoch auch im Erwachsenenalter häufig einfacher gesagt als getan.

Krankhafte Eifersucht

Eifersucht ist prinzipiell ein natürliches Gefühl. Jedoch gibt es auch eine ausschweifende, krankhafte Eifersucht. Wer den Liebsten kontinuierlich unbegründet misstraut oder sich rund um die Uhr von seinen Mitmenschen „ausgestochen“ fühlt, der sollte sich Gedanken machen. Auch wer sich selbst nicht für liebenswert hält, der tendiert dazu in einer Beziehung krankhaft eifersüchtig zu werden. Ebenso können vorangegangene Seitensprünge früherer Partnerschaften Auslöser für eine krankhafte Eifersucht sein.

Männer sind von diesem Gefühl eher betroffen als Frauen. Laut einer Umfrage ist krankhafte Eifersucht bei Männern keine Seltenheit. Drei von vier Männern geben demnach an unter heftiger Eifersucht zu leiden, wenn sie sich in einer Beziehung befinden. Eifersucht in der Beziehung ist dabei ebenso verbreitet wie Eifersucht nach Trennungen.

Woher kommt diese ungesunde Eifersucht, die sich bei Männern finden lässt? Grund dafür ist, dass Männer häufiger Besitzansprüche stellen, diese aber nicht oder nur sehr ungern ihren Partnerinnen einräumen. Umgekehrt lebt ein Großteil der Männer seine Freiheiten auch in einer Beziehung aus. Sobald die Freundin oder Frau das selbe tut, machen sich jedoch Zweifel an ihrer Loyalität breit.

Fall 1: Die Freundin ist zusammen mit Ihnen auf einer Party schenkt Ihnen jedoch kaum Aufmerksamkeit, anderen Männern dafür umso mehr? In so einem Fall ist Ihr Verhalten angebracht und auch nachvollziehbar und vollkommen normal.

Fall 2: Die Freundin nicht auf eine Party gehen zu lassen aus Angst sie könnte einen anderen Mann kennen lernen ist hingegen ein Indiz für ungesunde Eifersucht.

Sind Sie krankhaft eifersüchtig? Hier einige weitere Indikatoren als Eifersucht Test.

Das sind krankhafte Eifersucht Symptome in einer Beziehung:

  • Sie haben ein geringes bis kein Selbstwertgefühl
  • Sie sind von Selbstzweifeln zerfressen und projizieren es auf Ihre Beziehung
  • Ihr Selbstwertgefühl ist abhängig von dem Lob, Wohlwollen anderer (z.B. im Beruf, in Freundschaften, der Familie oder der Beziehung)
  • Sie ertappen sich dabei Ihren Partner ständig zu kontrollieren (z.B. per Telefon, ständige Standortabfrage u.ä.)
  • Sie ertappen sich dabei erheblich in die Privatsphäre ihres Partners einzugreifen (Facebooknachrichten, Emails, SMS, Whatsapp-Nachrichten lesen; Durchwühlen der Hand-/Jackentasche etc.)
  • Sie versuchen Ihrem Partner aufzudiktieren wie er sich auswärts zu verhalten hat
  • Sie geraten sehr schnell in Rage, wenn Ihr Partner sich mit dem anderen Geschlecht unterhält

 

Eifersucht bekämpfen:

Was hilft gegen Eifersucht?“ ist eine Frage die sich viele unabhängig des Alters oder des Geschlechts stellen. Sie zu besiegen ist auch ohne eine Therapie gegen Eifersucht möglich. Sich einzugestehen „Ich bin eifersüchtig“ ist dabei bereits der erste Schritt. Seine eigene Therapie kann man dann ganz allein in Eigenregie ohne Therapeuten abhalten.

Tipp 1: Selbst ist die Frau/Selbst ist der Mann

Wer sich weniger von den Bewertungen und Wertschätzungen anderer abhängig macht, der verspürt automatisch weniger Eifersucht. Eine gute Methode um dem vorzubeugen oder auch zu bekämpfen ist es das eigene Selbstwertgefühl aufzubauen.

Tipp 2: Sich selbst etwas gutes tun – Schönheit

Sie fühlen sich selbstbewusster nach einem Termin beim Friseur? Dann lassen Sie sich regelmäßig die Haare schneiden. Sich selbst etwas gutes zu tun erhöht die eigene Selbstachtung und schützt Sie davor sich ständig mit anderen vergleichen zu wollen. Ohne den ständigen Vergleich entsteht auch Eifersucht weitaus seltener und diese dann zu bekämpfen fällt Ihnen leichter.

Tipp 3: Sich selbst etwas gutes tun – Sport

Auch körperliche Ertüchtigung hilft Ihnen sich in Ihrer Haut wohler zu fühlen. Wer regelmäßig Sport treibt fühlt sich nachweislich nicht nur fitter, sondern hat auch ein größeres Selbstvertrauen. Auch auf Basis von Sport können Sie sich also selbst aufbauen und Eifersucht Beziehungen sind Schnee von gestern.

Tipp 4: Ursachenforschung betreiben

Wer sich in einer Beziehung ständig mit diesem Thema konfrontiert sieht, sollte sich auf Ursachenforschung begeben. Dieser kleine Eifersucht Test hilft Ihnen dabei weiter:

  • Provoziert der Partner?
  • Ist eifersüchtiges Verhalten überhaupt angebracht?
  • Projizieren Sie ihre Unzufriedenheit aus einem anderen Bereich (z.B. der Familie oder dem Job) auf Ihre Beziehung?
  • Kommt bei Ihnen dadurch Verlustangst (aus der Kindheit, vorangegangenen Beziehungen) zum Vorschein?

In häufigen Fällen ist dieses Verhalten in einer Partnerschaft unbegründet und kann deswegen auch schnell dem Gefühl von Gelassenheit weichen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, wenn Sie selbst mit Ihrem Eifersuchtsproblem nicht weiterkommen.

Tipp 5: Locker bleiben

Sie sehen Ihre Kollegen auf der Arbeit als Konkurrenten und sind daher ständig gestresst? Schalten Sie einen Gang runter. Eine gesunde Eifersucht ist bestimmt auch ein Ansporn, um Leistung zu erbringen. Jedoch ist ihr Berufsalltag kein einziger Wettkampf. Gönnen Sie es sich auch einmal gelassen zu sein und vor allem gönnen Sie auch ihren Kollegen Erfolge, wenn diese begründet sind. Eifersucht bekämpfen und sie zu besiegen ist mit dieser Methode nicht mehr ein unmögliches Unterfangen.

Tipp 6: Sich von Niederlagen nicht abschrecken lassen

Geben Sie stets Ihr Bestes! Wer sich anstrengt, kann sich auch im Falle von Versagen sagen, er habe hart gearbeitet. Wer Ergeiz und Engagement zeigt, der muss auch bei kleinen Misserfolgen nicht eifersüchtig auf andere werden. Bei jedem läuft hin und wieder etwas schief. Das ist aber noch lange kein Grund aus der Haut zu fahren.

Liebe und Eifersucht

In jeder normalen Beziehung werden Sie irgendwann an einen Punkt stoßen, an dem entweder Sie oder Ihr Partner Eifersucht zeigen.

Wer sich vernachlässigt fühlt tendiert nicht nur dazu selbst eifersüchtig zu werden, sondern auch dazu den Partner eifersüchtig machen zu wollen. Den Freund eifersüchtig machen ist natürlich nicht die feine Englische Art. Jedoch sehen sich gerade viele Frauen dazu berechtigt, ihrem Partner für seine Nichtachtung zu bestrafen.

Sie überwinden ist mit dieser Einstellung unmöglich. Liebe und auch Konflikte gehören zwar in jeder gesunden Beziehung dazu, jedoch sollte Eifersucht niemals als Racheakt eingesetzt werden. In einem ersten Schritt sollten Sie mit Ihrem Partner reden. Wenn er nicht auf Sie eingeht gibt es unzählige weitere Tipps und Tricks, die Sie nutzen können, um mehr Aufmerksamkeit von Ihrem Freund zu erlangen.

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Lapuco