Was tun gegen Liebeskummer

Liebeskummer – Herzschmerz, Drogen und Neustart

Habe ich Liebeskummer? Per Definition ist Liebeskummer ein Syndrom, das nach einer unerfüllten Liebe oder Trennung eines Menschen, zu dem man eine enge emotionale Bindung aufgebaut hat, psychische und physische Beschwerden mit sich bringt. Kurz: jemand hat uns verlassen, woraufhin es uns richtig mies geht und unser Verstand sich abschaltet.

Wie entsteht Liebeskummer?

Wir werden von einer geliebten Person verlassen.

Noch in den ersten Monaten der Beziehung sind die Glücksgefühle noch stark aktiv. Dopamin und Serotonin, die in dieser Phase besonders viel ausgeschüttet werden, wirken wie eine Droge. So ist naheliegend, dass sich eine Trennung und der Verlust wie ein kalter Entzug anfühlen. Es entstehen tatsächlich nicht selten auch physische Symptome wie Schlafstörungen oder Kreislaufprobleme.

Entsteht erst gar keine Beziehung, weil nur einer von beiden Gefühle entwickelt und sich eine emotionale Bindung wünscht, ist Liebeskummer vorprogrammiert.

Erfolgt die Trennung aufgrund einer Situation, in der der Partner fehlende Treue bewiesen hat, zeigt sich Liebeskummer schmerzhaft, denn man entwickelt schnell große Selbstzweifel und ist verletzt.

Nach einer längeren Beziehung ist der Alltag routiniert, man hat sich aneinander gewöhnt und definiert so sein Glück automatisch über den Partner. Kommt es aus irgendeinem Grund zu einer Trennung, muss man mit vielen Verlusten umgehen. Nicht nur den Verlust des Partners und der Beziehung gilt es zu verarbeiten, auch den Verlust der ganzen gemeinsamen Zukunftspläne, des Lebenskonzepts. Man fühlt sich als Verlassener komplett überfordert und muss gleichzeitig den Schmerz überwinden.

Wie verläuft Liebeskummer? Wie kann ich mein Liebeskummer überwinden?

Liebeskummer lässt sich grundlegend in in vier Phasen einteilen.

•    Zunächst will man das alles nicht wahrhaben. Bis gerade eben war doch noch alles bestens, was meistens natürlich nicht der Wahrheit entspricht. Die Hoffnung an ein glückliches Ende dieser grausamen Situation besteht. Man kämpft mit allen Mitteln und möchte den Partner unbedingt von sich überzeugen.

•    Wenn der Partner seine Meinung nicht ändert und man dies realisiert, brechen die Gefühle aus. Verzweiflung, Vorwürfe an sich selbst, Schmerz, Selbstzweifel, körperliche Beschwerden brechen aus. In dieser Phase kann es im schlimmsten Fall zu Depression und Selbstmordgedanken kommen. Der sogenannte Herzschmerz ist keinesfalls nur sprichwörtlich zu verstehen, denn Schmerzen in der Brust und am Herzen können nachweislich tatsächlich als Folge von Liebeskummer entstehen. Alles erscheint vollkommen sinnlos ohne geliebten Partner. Menschen ziehen sich dann stark zurück oder stürzen sich unaufhörlich in Arbeit, Drogen, Aktivitäten. Extrem beschreibt die zweite Phase passend.

•    Wie lange die zweite Phase anhält, hängt davon ab, wie sehr emotional abhängig vom Partner man war. Doch irgendwann schwächen die Gefühlsausbrüche immer ab. Die Tränendrüsen sind geleert, körperliche Beschwerden lassen nach. Der Schmerz ist noch nicht überwunden, aber mit der Zeit entfernt man sich aus der Situation und bekommt eine objektive Sichtweise auf das Vergangene. Dadurch kann man eine nüchternere Bilanz ziehen und sich mit den Gedanken an eine Zukunft ohne den Partner vertraut machen.

•    Zu guter Letzt entwickelt man für sich selbst neue Lebensziele, Perspektiven und startet voller Zuversicht in einen neuen Lebensabschnitt. Traurigkeit oder Wut können in manchen Momenten zurückkehren, doch sie werfen einen nicht mehr aus der Bahn.

Die Längen und die Intensität der einzelnen Phasen sind unterschiedlich. Jeder Mensch reagiert anders auf eine Trennung und verarbeitet aufgrund verschiedener Faktoren schneller oder langsamer.

Was hilft gegen Liebeskummer?

Männer und Frauen beispielsweise weisen verschiedene Verhaltensweisen nach einer Trennung auf. Grundsätzlich ist es so, dass sich Frauen direkt an jemanden wenden, um sich die Sorgen und Trauer von der Seele zu reden. Männer verschweigen Liebeskummer ganz gerne, da sie dies als Schwäche ansehen und keinesfalls vor jemandem schwach dastehen wollen.

Männer stellen eine Trennung sehr stark in Verbindung mit ihrem Stolz und Selbstbewusstsein. Ihr Selbstwertgefühl sinkt ungemein, wenn sie die Kontrolle über eine Situation abgeben müssen und als Verlierer aus der Situation herausgehen. Zudem tun sich Frauen leichter, ihre Gefühle zu analysieren und damit umzugehen sowie Lösungsstrategien für Probleme zu entwickeln. Männer suchen sich andere Wege, um dem Schmerz zu entgehen. Frauen nehmen sich eher Zeit für sich, wohingegen sich Männer in Action stürzen, sei es Arbeit oder Party, behelfen sich mit Drogen oder leben sich sexuell aus. All das besser ihr Selbstbewusstsein wieder auf. 

Was tun bei Liebeskummer?

Auch wenn Frauen und Männer von Haus aus unterschiedlich mit Liebeskummer umgehen, gibt es einige Tipps, die helfen, die schwierigen Phasen schneller zu überwinden und die Situation etwas angenehmer zu gestalten. Was kann man gegen Liebeskummer tun?

•    Erste Symptome sind sicherlich Antriebslosigkeit und fehlende Motivation für den Alltag. So ist es wichtig, in dieser Zeit nicht zu viel von sich abzuverlangen und nicht zu viel zu erwarten. Es ist absolut normal, erst einmal wortwörtlich den Verstand zu verlieren und ausgebremst zu sein.

•    Gefühle rauslassen und sich Zeit dafür nehmen. Das Prinzip lautet: Trauer und Schmerz rauslassen – Trauer und Schmerz verarbeiten – Trauer und Schmerz hinter sich lassen. Das Zurückhalten der natürlichen, extremen Emotionen, um stark zu wirken, ist kontraproduktiv.

 

Was tun bei Liebeskummer?

•    Erinnerungen an den Partner aus der Umgebung entfernen und Kontakt vermeiden. Das ist nicht leicht, doch alles andere führt dazu, dass Hoffnung und Schmerz länger bleiben als nötig. Die Konzentration sollte nun komplett auf der eigenen Person liegen.

•    Mit Freunden oder anderen Ansprechpartnern sprechen. Das hilft einerseits dabei, das Erlebte zu verarbeiten und andererseits, um Hilfe und Ratschläge von anderen zu bekommen. Mit Zuspruch und Liebe von Freunden erkennt man außerdem, dass man wohl doch gar nicht so schlecht ist wie man sich gerade einredet.

 

Liebeskummer was tun?

•    Neuerungen ins eigene Leben bringen. Verpflichtungen fallen plötzlich weg. Der Verlust tut weh, doch öffnet neuen Raum für neue Hobbys, eine neue Umgebung oder eine neue Frisur. Gleichzeitig signalisieren diese Veränderungen dem eigenen Selbst das Ende der schmerzhaften Phase und den Neustart.

•    Viel Schlaf und Entspannung sind ebenso wertvoll wie viel Aktivität, die Ablenkung bringt. Auch wenn man am liebsten nur noch im Bett liegen würde, kann ein bisschen Action doch tatsächlich Spaß machen und der Seele gut tun. Auch Sport befreit Körper und Geist von Wut und Schmerz.

•    Hilfreich kann zudem sein, sich nur zu bestimmten Zeiten am Tag zu erlauben, über den Partner und die Beziehung nachzudenken. Sicherlich helfen die Gedanken, aber den ganzen Tag sollten sie nicht beeinflussen. Denn das Leben geht weiter.

 

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Lapuco

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